Musikgymnasium Belvedere

Abschlusskonzert 300 Jahre Weimarische Konzerte

mit Weimar Baroque

Wir machen grün - ein Sonntag im Belvedere!

 

Wo könnte ein Festival mit dem Motto BACH NATÜRLICH idealer ausklingen als im Belvedere? Wir laden unser Publikum zu drei Konzerten ein, sowie zu Muße und Entspannung pur im Grünen mit Picknick und Kulinarik. Shuttlebusse stehen zur Verfügung, aber auch eine Rad- oder Fußwanderung lohnen sich!

 


300 Jahre Weimarische Konzerte*

 

Wie kommt es zu diesem Konzert-Titel? Ganz einfach: Weil diese sechs Konzerte, 1721 mit dem Titel „Six Concerts Avec plusieurs Instruments“* veröffentlicht, nach dem heutigen Kenntnisstand der Forschung - zum Beispiel nach Ansicht des renommierten Bach-Forschers Prof. Dr. Christoph Wolff - ganz, oder zumindest zum großen Teil „noch vor Bachs Amtszeit in Köthen entstanden“ sind. Vor Köthen jedoch lebte Bach zehn Jahre lang in - Weimar.

 

Eine Reihe weiterer Indizien sprechen dafür, dass die Entstehung dieser Werke zum einen nicht mit Bachs Schaffen in seinen Köthener Jahren in Zusammenhang steht, zum anderen deutlich just in die Weimarer Jahre weist, darunter als gewichtiges die intensive Beschäftigung Bachs mit den Konzerten Antonio Vivaldis und dem italienischen Concerto in seiner Weimarer Zeit, deren Auswirkung bei diesen sechs Konzerten substanziell ist.

 

Dies im Einzelnen zu erläutern würde viele Seiten füllen … ein Versuch, anschaulich zu vereinfachen: Die Disposition deutet auf eine persönliche Entscheidung Bachs, ohne jegliche Einflussnahme eines Auftraggebers (z.B. aus Brandenburg), Dienstherrn, oder den „Zuschnitt“ auf ein bestimmtes Ensemble. Die Besetzung zielt auf die ehrgeizige Absicht, in wenigen Werken eine maximale Zahl von Soloinstrumenten in maximal vielen Kombinationen zum Einsatz zu bringen. Bach betritt in vieler Hinsicht Neuland: Jedes einzelne der sechs Konzerte hatte Vorbildfunktion und jedes von ihnen blieb singulär.

 

(Der junge Weimarer) Bach experimentiert: Mit einer innovativen Abwechslung von Tutti- und Soloabschnitten, mit häretischen “Frechheiten“, welche die Hierarchie von Soloinstrument und Orchester quasi auf den Kopf stellen oder dem Orchester (und noch dazu den „braven Mittelstimmen“) unversehens solistischen Status zusprechen… oder, indem er mit dem 5. „Weimarischen Konzert“* nebenbei das erste Solokonzert der Musikgeschichte für Clavier kreiert, inklusive einer saftigen Solokadenz, die bis Mozart und Beethoven Beispiel gebend ist. Eine unerhörte Virtuosität des Komponierens liegt gleichauf mit der Virtuosität, die Bach seinen Spielern abverlangt…überflüssig, zu sagen, dass viele der Solopartien an der Grenze des Spielbaren navigieren und gleiches für den hochgradig komplexen Orchestersatz gilt!

 

Die immense Energie, die Sprengung jeglicher Grenzen, der Pioniergeist und die Rücksichtslosigkeit, die Bach seinen zukünftigen Interpreten gegenüber an den Tag legt, indem er sich selbst und sein Können als Spieler und Komponist zum „Maß der Dinge“ macht: All dies trägt die einzigartige und unverwechselbare Handschrift des „jungen Wilden“, des Weimarer Bach. Auf den Punkt gebracht von Alte-Musik-Ikone Reinhard Goebel: „Ausgebuffter und virtuoser geht’s nimmer“…

 

Dieses Konzert ist aber auch unter einem weiteren, schönen Aspekt „Weimarisch“: Das Doppelkonzert von G.PH. Telemann wurde allem Anschein nach anno 1709 von der Weimarer Hofkapelle aufgeführt, an den Solo-Violinen Georg Pisendel (späterer Konzertmeister am Dresdner Hof) und – Johann Sebastian Bach.

 

Bach Biennale Weimar: Wir erzählen Weimarer Bach-Geschichte/n.

 

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*Bekannt auch unter „Brandenburgische Konzerte“


Künstler*innen:

Weimar Baroque

 

Musikalische Leitung:

Hans Christian Martin

 

Violinen

- Leopold Nicolaus (Solo)

- Dragan Radosavljevic (Solo)

- Jonathan Ponet 

- Annegret Jagusch 

 

Viola 

- Dora Alexiado 

 

Violoncello 

- Martin Knörzer 

 

Violone 

- Lino Mendoza 

 

Fagott 

- Robin Billet 

 

Oboe 

- Hanna Lindeijer 

 

Blockflöte

- Friederike Vollert 

- Myriam Eichberger 

 

Trompete 

- Bruno Fernandes 

 

Cembalo/Leitung 

- Hans Christian Martin 


Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Brandenburgisches Konzert Nr. 4 BWV 1049

Allegro - Andante - Presto

 

Georg Philipp Telemann (1681-1767)

Konzert für zwei Violinen, Streicher und B.C. TWV 52:G2

Adagio - Allegro - Largo - Presto

 

Johann Sebastian Bach

Brandenburgisches Konzert Nr. 2 BWV 1047

ohne Satzbezeichnung - Andante - Allegro assai


Tickets:

Eintritt: 25 Euro | ermäßigt 20 Euro

zzgl. Vorverkaufsgebühren

 

Erhältlich in der Tourist-Information Weimar und an der Einlasskasse


Kein Negativ-Test erforderlich!



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