Bach in Swedish - Gunnar Idenstam and Lisa Rydberg (Foto: Per-Åke Persson)

Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar

Alter Schwede... Bach goes Polska!

mit Bach på svenska

Bach auf Schwedisch…? Wie die beiden Künstler*innen Lisa Rydberg und Gunnar Idenstam von Bach på svenska mit Bachs Musik er/leben und vermitteln ist derart individuell und für beide so natürlich, dass sie dies am besten selbst beschreiben können:

 

„Mit unserer klassischen Ausbildung als Basis und mit den Füßen fest in der schwedischen Volksmusiktradition, laden wir Vater Bach ein, seinen eigenen Tanz Seite an Seite mit der schwedischen "Polska" zu tanzen. Es gibt viele Gemeinsamkeiten - Melodielinien, Harmoniefolgen, Akzentuierungen, Verzierungen und rhythmische Neigungen - die beiden Arten von Musik eine gemeinsame Form oder ein gemeinsames Gefühl geben.

 

Während der Barockzeit war die Unterscheidung zwischen "klassischer" Musik und "Volksmusik" nicht so klar wie heute. Es gab eine lebendige Tradition von Tänzen, die nur manchmal aufgeschrieben wurden. Im 18. Jahrhundert war es in Schweden ein akzeptierter Teil der Arbeit eines Kirchenorganisten, bei Hochzeiten und anderen Feiern mit lokalen Volksmusikern Tanzmusik zu spielen. Es ist ein verlockender Gedanke, dass diese Musiker, die oft ausländischer Herkunft waren und Noten spielen konnten, vielleicht - nur vielleicht - einem schwedischen Volksmusiker ein Menuett, eine Bourrée oder eine Courante aus ihrer Heimat beigebracht haben könnten. Vielleicht sogar etwas aus den Händen von Johann Sebastian... Und auf welche Weise, so fragt man sich, hätte ein schwedischer Geiger Bach gespielt?

 

Jeder von uns hat eine persönliche Verbindung zwischen Bach und Volksmusik gefunden.

 

Lisa entdeckte, dass ein schneller Satz im Dreiertakt aus einer der Violinpartiten sehr gut zum Tanzen der schwedischen Polska funktioniert - indem der Fokus auf den tänzerischen Aspekt gelegt wird, fühlt sich die Musik nahe an einer traditionellen Bingsjö-Polska an. Diese Erfahrung war wiederum eine Erinnerung daran, dass Volksmusik durch die Jahrhunderte hindurch - bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts - auf Darmsaiten gespielt wurde, etwas, das heute fast vergessen ist.

 

Gunnar weist gerne auf die Tatsache hin, dass Bach seine Musik gerne für verschiedene Instrumentenkombinationen spielte und arrangierte. Daher fühlt es sich für uns absolut natürlich an, Stücke, die ursprünglich für Cembalo oder sogar für Chor und Orchester geschrieben wurden, auf Fiedel und Harmonium aufzuführen, das, obwohl es zu Bachs Zeiten nicht existierte, als das traditionellste schwedische „Volksmusik-Keyboard“ gilt.

 

Wir haben uns auch aus reiner Lust so große Freiheiten genommen, dass wir den Grundcharakter in bestimmten Sätzen von Bach verändert und ein paar Menuette in eine Polska verwandelt haben - eine aus Westschweden stammende Form einer schnellen Polska, bei der der zweite Schlag im Takt früh kommt. Das fühlt sich für uns natürlich an, da wir nicht in erster Linie den Anspruch erheben, der Zeit treu zu sein, sondern uns stattdessen auf das Gefühl der Musik konzentrieren und diesen Treffpunkt finden wollen.

 

Bach und die schwedischen Volksmusiker... was wäre, wenn sie sich wirklich treffen würden?“

 

Die Bach Biennale für Weimar freut sich, für dieses besondere Konzert auch einen besonderen, belebend- kontrastierenden und wohlklingenden Raum gefunden zu haben: Das voluminöse und charismatische Atrium der Bibliothek der Bauhaus-Universität.

 

Wir bedanken uns herzlich bei Simon Buser für die Ausleihe des Harmomiums sowie seine Unterstützung! http://www.buser.org/

 


Künstler*in:

Bach på svenska:

Lisa Rydberg – Barockvioline

Gunnar Idenstam – Harmonium

 


Tickets:

20 Euro | ermäßigt 15 Euro
zzgl. Vorverkaufsgebühren

 

Erhältlich in der Tourist-Information Weimar und an der Einlasskasse.


Kein Negativ-Test erforderlich!



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