Wanderkonzert „Am Bach zu Bach nach Taubach“ „Ohrwürmer auf Reisen“/ Improvisationen über Bach und barocke Evergreens

Ensemble „all'improvviso“

Tickets

20 Euro

Ermäßigung 15 Euro

20% des Ticketpreises gehen zur Unterstützung an St. Ursula/Taubach

Zzgl. Gebühren in den Vorverkaufsstellen

Ensemble all’improvviso
Anne Schneider, Sopran
Martin Erhardt, Blockflöte
Miyoko Ito, Viola da gamba
Michael Spiecker, Barockvioline
Christoph Sommer, Lauten
Miyoko Ito, Viola da Gamba

 

Die Musiker des Ensemble „All´ Improvviso“, sämtlich ausgewiesene Experten und Absolventen einer hochkarätigen Ausbildung an Spezialinstituten verschiedener Musikhochschulen, haben sich auf ein einfaches, packendes Konzept verständigt:
Musiksprachen vergangener Epochen aktiv und sozusagen „muttersprachlich“ sprechen, sich in und mit diesem musikalischen, klingenden Vokabular frei ausdrücken, beim Zusammenspiel im Ensemble spontan aufeinander reagieren, lebendige und junge Alte Musik kreieren.

 

So lebendig zu erleben nur im Life-Konzert!

 

 

Nomen est Omen: Das Ensemble all´improvviso (italienisch in etwa: aus dem Stegreif,  überraschend, plötzlich, unerwartet) bietet ganz eigene Perspektiven auf „Bach- und Bauhaus-Beziehungen“: Beiden gemeinsam ist neben einigen anderen „Wahlverwandtschaften“ auch ihre Nähe und Liebe zur Improvisation. Womöglich die Kehrseite der akribischen Formsuche, der strengen Reduktion auf Wesentliches, dem unerbittlichen Streben nach Perfektion …?

Der gestandene barocke Musicus hatte viele Facetten: Spieler, Komponist – und natürlich Improvisator, denn in der Improvisation fließen quasi beide Eigenschaften ad hoc zusammen. Bach selbst sowie seine Weimarer Söhne zählen bis heute zu den größten Improvisatoren ihres Faches. Aber auch das Bauhaus nutzte neben der Suche neuen Parametern der Gestaltung in Kunst und Architektur die befreiende Kraft der Spontaneität und des Imprévu, was sich unter anderem in ausgelassenen, improvisierten Bauhausfesten - die gleichwohl, ebenso wie im Barock, einen essentiellen Mosaikstein des Lebens am Bauhaus darstellten - Bahn brach.

In diesem Konzert wird zum Beispiel improvisiert über ein erst 2005 wiederentdecktes Werk von Bach, die in Weimar entstandene Aria „Alles mit Gott und nichts ohn´ ihn“. Bach komponierte die Aria als Geburtstagsständchen für seinen Dienstherrn, Herzog Wilhelm Ernst. Spielt man nur die Noten aus dem Manuskript ab, so erklingt – ehrlich gesagt – nicht gerade ein Feuerwerk an Kreativität. Doch erinnern wir uns, was der erste Bachbiograf Johann Nikolaus Forkel über Bach schrieb, wenn dieser mit der Bratsche in der Hand zwischen seinen Kollegen saß und der Notentext ihm eigentlich ein „tacet“ vorschrieb: „War er dann fröhlichen Geistes, und wußte, daß es der etwa anwesende Componist des Stücks nicht übel nehmen würde, so pflegte er [...] entweder aus dem bezifferten Baß ein neues Trio, oder aus 3 einzelnen Stimmen ein Quartett aus dem Stegreif zu machen.“ So denkendie Musiker von all´improvviso, dass es Bach nicht übelnehmen würde, wenn zu seiner Aria zusätzliche obligate Stimmen hinzu improvisiert werden – fröhlichen Geistes natürlich, versteht sich! Und es entstehen weitere Improvisationen über barocke Ohrwürmer, damals quasi eine Art „europäisches Musik-Alphabet“: Allerorten bekannte Melodien, Harmoniefolgen, Bassfiguren und anderes – der junge Weimarer Bach hätte bei jeder Melodie mitgepfiffen! Hier ist all´improvviso zu erleben, warum barocke Ohrwürmer nie „alt“ oder eintönig, sondern bis heute jung und erfrischend sind!

Es ist natürlich kein Zufall, dass auch die Örtlichkeiten, die St. Ursula Kirche und Taubach selbst Bach- und Bauhaus-Orte sind: Bach prüfte am 26.10. 1710 die Orgel in der heute wunderschön sanierten Kirche St. Ursula, während im Gasthaus Taubach von 1919 an diverse lockere Bauhaus-Feste verbürgt sind.

 

 

Martin Erhardt

 

Martin Erhardt beherrscht und „bespielt“ als Improvisator, Instrumentalist, Pädagoge und Theoretiker ein Spektrum an Instrumenten, Fachgebieten und Fähigkeiten, das selbst im generell breit aufgestellten Bereich der sogenannten Alten Musik Seltenheitswert hat. Er studierte in Weimar Blockflöte bei Prof. Myriam Eichberger und Cembalo bei Prof. Bernhard Klapprott sowie Musiktheorie, anschließend am Fontys Conservatorium in Tilburg frühe modale Musik bei Rebecca Stewart. Mit Kammermusik-Formationen wie „Wooden Voices“ erspielte er Preise bei internationalen Wettbewerben wie Musica Antiqua Brugge oder dem Magdeburger Telemann Wettbewerb.
Bei seiner Unterrichtstätigkeit an den Musikhochschulen in Leipzig und Weimar mit Studierenden, sowie am Konservatorium Halle mit Kindern geht es ihm darum, ein umfassendes Gesamtbild der Musik zu vermitteln, das Spieltechnik, musikalische Vorstellungskraft, Ästhetik und Wissen miteinander verknüpft.
Darüber hinaus nimmt sein Konzertieren breiten Raum ein. So ist er mit Blockflöte, Cembalo, Orgelpositiv, Portativ oder auch singend weit über die barocke „Szene“ hinaus unterwegs unter anderem beim Bachfest Leipzig, den Händel Tagen Halle, dem Festival Itinéraire Baroque im Perigord u.a.
Europaweit ist er gefragt als Dozent mit dem Spezialgebiet Improvisation – einer Leidenschaft, die er auch als Direktor von EX TEMPORE, dem Leipziger Improvisationsfestival für Alte Musik, oder als Buchautor („Improvisation mit Ostinatobässen“) pflegt. Ein nächstes größeres Improvisations-Projekt ist die Gründung und Konzeption des ersten Internationalen Improvisationswettbewerbs für Early Music, in Kooperation mit der BACH BIENNALE WEIMAR 2020.

Anne Schneider

Die Sopranistin Anne Schneider zieht ihr Publikum mit farbenreicher, leuchtender Stimme und unmittelbar berührender Ausstrahlung in ihren Bann.
Ihre große Leidenschaft ist die Alte Musik, vor allem in diesem Bereich ist sie als Solistin und Ensemblesängerin tätig. Anne Schneider studierte klassischen Gesang bei Barbara Ebel und Siegfried Gohritz an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.
Weiterführende Studien mit Prof. Maurice van Lieshout und Rebecca Stewart machten sie insbesondere mit der Alten Musik vertraut und öffneten ihre Ohren für die vielen Klangwunder. Wichtige Impulse waren Meisterkurse bei Jessica Cash, Peter van Heyghen, Stephan Mai und Sigiswald Kuijken.
Fasziniert von der barocken Bühnensprache widmet sie sich mit ihrem Ensemble scenitas in Zusammenarbeit mit Barockgestik-Spezialistin Sigrid t´Hooft der szenischen Aufführung barocker Werke mit Einladungen zum Beispiel zu den Händelfestspielen Halle.
Sie ist Sängerin bei namhaften Ensembles wie Huelgas Ensemble, Josquin Capella, Concert Royal Köln, ensemble officium oder der Lautten Compagney, Weser Renaissance oder dem Ensemble all´improvviso.



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