Felix, Paul und Mathilde Klee, Am Horn 53, Weimar, Herbst 1922 - Fotograf: Helene Mieth © Zentrum Paul Klee, Bern, Bildarchiv

KAFFEE KLEE /Am Horn 53

„Klee über Bach“ Lesung mit Musik

mit Katrin Plica

Lesung mit Musik, aus Tagebüchern und Briefen Paul Klees; in der Weimarer Wohnung des Malers (von 1921-26)

„Ich muss dereinst auf dem Farbklavier der nebeneinanderstehenden Aquarellnäpfe frei phantasieren können.“

Zeit seines Lebens hat sich Paul Klee, einer der herausragenden Maler und Graphiker des 20. Jahrhunderts, intensiv mit der Musik befasst und sich in seinen Werken und Schriften ausdrücklich auf sie bezogen.

Als Sohn einer Musikerfamilie kommt er von frühester Kindheit an mit Musik in Berührung, lernt mit sieben Jahren Violine spielen und kann  aufgrund seiner außerordentlichen Begabung bereits als Schüler in den Konzerten der Bernischen Musikgesellschaft mitwirken.

Trotzdem beginnt er 1899 an der Königlichen Kunstakademie in München ein Studium der Malerei. In der Musik des 18. Jahrhunderts, allen voran in den Kompositionen Bachs und Mozarts, sieht Paul Klee zwar einen Höhepunkt in der Kunstentwicklung an sich: „Der Urlaub hatte die gute Nachwirkung, dass ich voll Kunst bin. Die Erkenntnis ist durch das mehrmalige Bachspiel wieder vertieft. Noch nie habe ich Bach mit solcher Intensität erlebt, noch nie so sehr mich eins mit ihm gefühlt. Welche Konzentration, welche einsame, letzte Bereicherung“ schreibt er im Juni 1918 in sein Tagebuch.

Als Künstler entscheidet er sich schließlich dennoch für die Malerei und gegen die Musik als Profession, die er seinem Empfinden nach eben nur mehr reproduktiv aber niemals so schöpferisch wie in ihrer Blütezeit hätte ausfüllen können.
Das Verlockende und die Aufgabe der Malerei sieht Klee in ihren Entwicklungsmöglichkeiten: „Was für ein anziehendes Schicksal, heute die Malerei zu beherrschen (wie ehedem f. den Musiker)“

Während seiner Weimarer Jahre am Bauhaus, 1921-1925, setzt sich Paul Klee vor allem mit dem Verhältnis von Musik und Malerei bezüglich möglicher Parallelen in ihrer Struktur auseinander. In seiner „Bildnerischen Formenlehre“ wird anschaulich, dass es ihm dabei keinesfalls um inhaltliche Übertragungen aus der einen auf die andere Gattung geht. Vielmehr sucht und findet er hier Antworten auf die Frage, welche formgebenden Gemeinsamkeiten beide Künste miteinander verbindet. Jede steht für sich, Musik und Malerei sind individuelle und künstlerisch sehr unterschiedliche Ausdrucksformen. Beiden Künsten liegen aber sehr ähnliche und vergleichbare Gesetze und Ziele zugrunde.: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Die persönliche Auseinandersetzung des Künstlers und Menschen Paul Klee mit Musik und Malerei wird in der Lesung „Klee über Bach“ wieder lebendig. Mit Beispielen und Ausschnitten aus seinen Schriften und Tagebüchern, mit Zitaten und Schilderungen von Zeitgenossen und Künstlerfreunden, mit Musik. Und: Am originalen Ort – in seiner Weimarer Zeit lebte Paul Klee mit seiner Familie in der ersten Etage „Am Horn 53“.

 

Katrin Plica, geboren 1963 in Laupheim, studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sie arbeitete als Dramaturgin, Musikjournalistin, Kulturmanagerin und Freie Autorin. Im Rahmen des 2000 gegründeten Kulturmanagements „Kunstgriffe“ erfolgten Konzeption und Organisation von Konzertveranstaltungen für Unternehmen und Festivals, darunter Arthur D. Little GmbH und Evonik-Degussa GmbH, die Tonkunst in Bad Saulgau, das Festivo Aschau sowie den Bayrischen Tonkünstlerverband.

 

Tickets

15 Euro

Ermäßigung 12 Euro

Exklusive Kulinarik

Zzgl. Gebühren in den Vorverkaufsstellen


Karten

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