Jakobskirche

Fest der Fuge / 3 J.S. Bach Das Wohltemperierte Clavier aus Teil 1/ BWV 846-869: Präludien und Fugen

Christine Schornsheim – Cembalo

Eine Klang- und Zeitreise der Extraklasse im Zeitraffer: Bachs „Wohltemperiertes Clavier“ ist bis heute ein Meilenstein der Musikgeschichte. Hier besteht die seltene bis singuläre Möglichkeit, den ersten Band, der in Weimar entstand, an einem Tag auf drei verschiedenen Instrumenten sowie in jeweils ausgewählten, passenden Räumen zu erleben. Erkunden Sie selbst den enormen klanglichen Wandel und die reizvollen Unterschiede durch die Jahrhunderte vom barocken Clavichord und Cembalo bis zum Konzertflügel des 21. Jahrhunderts … wer hier eintaucht, kann sich an Bach berauschen!

Unsere Empfehlung: Alle drei Rezitals als „Paket“ zum Sonderpreis

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Programm
Präludium und Fuge in:
c-moll
Cis-Dur
cis-moll
d-moll
Es-Dur
e-moll
F-Dur
f-moll
fis-moll
G-Dur
gis-moll
A-Dur
B-Dur
b-moll
h-moll

Gesamtdauer: circa 70 Minuten

 

 

Christine Schornsheim ist Musikerin durch und durch und ihre Liebe gilt vor allem der "Alten Musik", allerdings nicht ausschließlich. Sie zählt bereits seit vielen Jahren zu den international anerkannten Spezialisten auf diesem Gebiet, ihre Instrumente sind das Cembalo und der Hammerflügel, und sie
musiziert allein oder mit Kollegen wie Julian Prégardien, Mayumi Hirasaki, Andreas Staier, Dorothee Oberlinger, Hille Perl oder Christine Busch und
mit Ensembles wie Zefiro. Konzertreisen führten sie seit 1995 in die meisten europäischen Länder, aber auch dreimal in die USA; sie gastierte in Israel und musiziert regelmäßig in Japan. Eine ganz besondere Freude für Christine Schornsheim war die Einladung in die Cité de la Musique in Paris für ein
Solorecital im März 2014: Im Rahmen des Cembalo-Festivals "Johann Sebastian Bach - Les Tempéraments" spielte sie dort in einem Konzert alle
Toccaten des Thomaskantors - bejubelt von Publikum und Presse. Ein weiterer Bestandteil ihrer Tätigkeit sind Rundfunk- und CD-Aufnahmen, und von letzteren wurden diverse mit wichtigen Preisen ausgezeichnet: Für ihre vielgerühmte Gesamteinspielung aller Klaviersonaten von Joseph Haydn an verschiedenen historischen Tasteninstrumenten (Co-Produktion von Capriccio und WDR) erhielt sie 2005 neben dem Echo-Klassik-Preis den Annual Diapason d'Or Award in Frankreich sowie den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, und gemeinsam mit ihrem Kollegen Andreas Staier wurde sie 2007 für die CD "Mozart am Stein Vis-a-vis" (harmonia mundi france) mit einem Annual Diapason d’Or Award ausgezeichnet und ihre Einspielung der "Goldbergvariationen" von Johann Sebastian Bach (bei Capriccio) erhielt nicht nur sehr gute Kritiken sondern wurde vom Magazine "Forbes" im November 2016 auch zur CD der Woche gekürt. 1992 wurde Christine Schornsheim als Professorin für Cembalo und Hammerklavier an die Hochschule für Musik und Theater in Leipzig berufen, und nach zehn Jahren, zum Wintersemester 2002/2003, zog es sie dann nach Bayern, wo sie die Cembaloprofessur an der Hochschule für Musik und Theater München antrat. Daneben übernahm sie vertretungsweise für ein Jahr die Cembaloklasse am Königlichen Konservatorium in Kopenhagen und eine 3-monatige Gastprofessur an der Geidai-Universität in Tokyo. Meisterklassen im In- und Ausland gehören natürlich auch zu ihrer künstlerisch-pädagogischen Tätigkeit, und ergänzt wird diese noch durch internationale Jury-Tätigkeit z.B. in Brugge, Leipzig, Moskau, Prag, und Washington.

 

Website: https://www.christine-schornsheim.de/

 

 

Das Wohltemperierte Clavier oder die erste „Enzyklopädie“ aller Tonarten… 

Form follows Fuge! Im Kosmos von Bachs Werken ging für die Meister des Bauhauses die größte Faszination von Bachs Fugenkompositionen aus; Fugen wurden gemalt und plastiziert, wie zum Beispiel die „Fuge in Rot“ Paul Klees (siehe Titelbild dieser Homepage), oder die Skultptur der Fuge in es-moll aus Bachs Wohltemperierten Clavier von Henri Nouveau.
Fasziniert hat die Bauhaus-Meister die Vielschichtigkeit dieser Werke, in denen bis zu fünf Stimmen übereinander, gegeneinander oder auch parallel verlaufen und erklingen. Studien zeigen, dass man anno 1919 in Weimar versuchte, für diese stupende Gleichzeitigkeit „optische Pendants“ zu finden. „Das zeitliche Element ist zu eliminieren. Gestern und Morgen als Gleichzeitiges“ schrieb Paul Klee in sein Tagebuch.
Aber auch Bachs architektonische Fähigkeit, die Tonarten in den Präludien und Fugen exemplarisch durch horizontale und zugleich vertikale Klangkonstruktionen zu definieren, oder der bewusste Kontrast zwischen improvisatorischen, freien Satz (= Präludien) und der thematischen strengen Durchführung der Fugen dürfte für reichlich Inspiration gesorgt haben.

 

Wir möchten diesen musikalischen Meilenstein aus verschiedenen Perspektiven erlebbar machen: Auf dem Clavichord, dem vielleicht beliebtesten Tasteninstrument des 18. Jahrhunderts das noch Mozart als „Reisegefährte“ diente und  auch von Beethoven hochgeschätzt wurde, ebenso wie auf dem Cembalo, dem „Generalbassinstrument“ der Epoche, auf dem Bach selbst unvergleichlich brillierte. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums zudem auf dem modernen Klavier, über dessen Klangsprache die meisten der Bauhaus-Künstler die Bekanntschaft mit Bachs Werken gemacht haben dürften.
Die entsprechenden Räume haben wir passend dazu ausgewählt: Die präzise, kristalline akustische Klarheit des Saals im Goethe-Nationalmuseum für das delikate Clavichord, die warmen, runden und „holzigen“ Tonfarben der Jakobskirche für das Cembalo und den modernen, gezeichneten Saal des Belvedere mit der wunderbaren Aussicht ins Grüne für das Klavier-Rezital.

 

Der erste Band des Wohltemperierten Claviers entstand wohl größtenteils in Weimar, und zwar an einem für die Entstehung epochemachender Werke der Musikgeschichte eher außergewöhnlichen Ort: Der Arrestzelle in der Weimarer „Bastille“, wo Bach im November 1717 wegen „Halßstarriger Bezeugung“ einen vierwöchigen Arrest absaß. Diese Vermutung liegt zumindest sehr nahe, denn Ernst Ludwig Gerber (dessen Vater ein Leipziger Schüler Bachs war) berichtet, Bach habe den ersten Teil des Wohltemperierten Claviers „an einem Orte geschrieben wo ihm Unmuth, Langeweile und Mangel an jeder Art von Musicalischen Instrumenten diesen Zeitvertreib abnöthigte“.
Das Wohltemperierte Clavier basiert auf einem System von 24 Tonleitern in jeweils zwölf Dur - und Molltonarten – konzipiert möglicherweise für das damals neuartige Stimmsystem von Andreas Werckmeister, der sogenannten „wohltemperierten“ (!) Stimmung. Diese sieht die Einteilung der Oktave in zwölf nahezu gleiche Halbtonschritte vor, weswegen alle 12 Dur- und Molltonarten relativ „rein“ intoniert klingen.
Mit dem Wohltemperierte Clavier setzt Bach einen Meilenstein der Musikgeschichte, indem er völliges Neuland betritt und demonstriert, dass sich Werckmeisters System nicht nur theoretisch, sondern realiter erklingend auf 24 Tonarten anwenden ließ.
Der berühmte Bach-Forscher Christoph Wolff formuliert: „Mit dem Wohltemperierten Clavier setzt Bach absolut neue Maßstäbe, was die technischen Anforderungen wie kompositorischen und ästhetischen Prinzipien betrifft.“

 

 

Tickets

20 Euro

Ermäßigung 15 Euro

Gesamtticket Fest der Fuge 1-3: 45 Euro, ermäßigt 35 Euro

Zzgl. Gebühren in den Vorverkaufsstellen


Karten

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