Schießhaus Weimar

Abschlusskonzert Tanz-Trilogie "Barock-Bach-Bauhaus“

Theater der Klänge (Düsseldorf), Bernd Niedecken und Erika Rombaldoni u.a. – Ensemble amoratum

Theater der Klänge (Düsseldorf)
Leitung: Jörg Lensing
Bernd Niedecken und
Erika Rombaldoni – Barocktanz
Ensemble amor:atum | Leitung Gertrud Ohse



1 | J. S. Bach (1685–1750):
5. Brandenburgisches Konzert D-Dur BWV 1050
Bernd Niedecken und
Erika Rombaldoni – Barocktanz
Ensemble amor:atum | Leitung Gertrud Ohse

2 | J. S. Bach: Contrapunkte aus
Die Kunst der Fuge in verschiedenen
tänzerischen und musikalischen Kombinationen

Bernd Niedecken und
Erika Rombaldoni – Barocktanz
Ensemble amor:atum | Leitung Gertrud Ohse

sowie: Ensemble des THEATERs DER KLÄNGE
Contrapunctus 1 (A: stumm + B: von J.S. Bach), Contrapunctus 2 (A: elektronische Musik von J.U.Lensing + B: von J.S.Bach)
Choreographien: Jacqueline Fischer / J.U. Lensing
Interpreten: Darwin Diaz, ChengCheng Hu, Tuan Ly, Phaedra Pisimisi
Bachs Contrapunkte gespielt vom Ensemble amor:atum | Leitung Gertrud Ohse

3 | Das Lackballett
Entwurf: Oskar Schlemmer
Neuinterpretation durch das THEATER DER KLÄNGE 2019
Regie: J.U.Lensing, Choreografie: Jacqueline Fischer, Video: Yoann Trellu
Figurinen: Caterina Di Fiore & Christian Forsen
Musik von J. Lensing und G. F. Händel
Interpreten: Miriam Gronau, ChengCheng Hu, Tuan Ly, Javier Ojeda-Hernandez, Francesca Perrucci, Phaedra Pisimisi

 



Die Idee

 

Ich habe mich auf ein Abenteuer eingelassen.

Ich kann´s nicht lassen.

Die Gelegenheit war günstig.

Oskar Schlemmer

 

Hochkarätig und frech à la Bach und Bauhaus präsentiert sich die „Tanz-Trilogie“ zum Abschluss des Festivals, ganz im Sinne des Zitats von Oskar Schlemmer. Die BACH BIENNALE WEIMAR unternimmt den Versuch, Bauhaus und Bach nicht nur zu reproduzieren, sondern den Dialog dieser beiden Protagonisten hier und heute fantasievoll fortzuspinnen! Wir suchen das Experiment und versprechen ein im wahrsten Sinne des Wortes farbiges Ereignis auch für das Auge: Bach barock gespielt und modern vertanzt, Bachs musikalische Figuren tänzerisch sichtbar gemacht zu modernen Klängen, Bauhaus-Ästhetik nach Schlemmer zu Musik von Händel, barocke Kostüme und Schlemmers „Lack-Figurinen“.

Oskar Schlemmer fand als „entarteter Künstler“ nach der Zerschlagung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten Schutz in einer Wuppertaler Fabrik. Dort entstand 1941 sein letztes Bühnenwerk: Das Lackballett für sechs Figurinen, das 2018 vom Theater der Klänge eine hochgelobte Neuinterpretation erfuhr. Dieser Abend ist gleichermaßen eine zeitgenössische Kunstaktion wie auch ein Tanzkonzert, das auf der opulenten Form-, Farb- und Musikwelt des Barock basiert und mit ihr kommuniziert. Die Gelegenheit ist daher nicht nur günstig, sie ist einmalig: Die Begegnung zweier „Jahrhundert-Protagonisten“ in der Bach- und Bauhaus-Stadt Weimar zum 100jährigen Jubiläum. Wo, wenn nicht hier, und wann, wenn nicht jetzt?

 


Die Performance

 

Eine zeitgenössische Farb- und Formperformance, ein „Farb-Klang-Rausch“, der das Thema Lackbilder in Kombination mit Lack-Figurinen zu sich immer wieder neu formenden, übermalenden und ständig anders erscheinenden Lichtmalereien durch körperliche Performance und Musik werden lässt: „Ein unvergesslicher Ballett-Rausch: sinnlich, fantasievoll, poetisch, kraftvoll – einfach überwältigend!“ urteilt zum Beispiel die Westdeutsche Zeitung über Das Lackballett der Düsseldorfer. Bernd Niedecken und Erika Rombaldoni, beide in der internationalen Barocktanz-Szene unterwegs, sind dem Weimarer Publikum bereits aus den vergangenen Jahren als „Barockes-Traum-Tänzer-Paar“ vertraut und entwickeln barocke Tanz-Bilder als „Dialogpartner“ zu Oskar Schlemmer.

 


 

Die Künstler

 

Jörg Lensing, Leiter des Theaters der Klänge: „Johann Sebastian Bach als „der Konstruktivist“ unter den barocken Komponisten entwickelte die Kompositionsform der „Fuge“ bis zu noch heute unerreichter Perfektion. Aus diesem Grund beschäftigten sich Bauhaus-Meister ernsthaft mit Fragestellungen zur Übertragung von Bachs Musik in eine visuelle Formensprache (Klee), oder – wie Oskar Schlemmer – in Tanz. Schlemmer war zudem der Meister, der in seiner Beschäftigung mit historischer Kunst immer wieder auch um die Formensprache des Barock kreiste. Seine Beschäftigung mit Masken und Körperverhüllungen zitierte das Maskenspiel des Barockzeitalters und die Opulenz der höfischen Bühnenkostüme auf moderne Weise. Auch wenn Schlemmer bei der Auswahl seiner Ballett-Musiken auf andere Barock-Komponisten zurückgriff, wie zum Beispiel Händel, spielte Bach in seinem formalen Denken eine große Rolle.“;

 

Bernd Niedecken, Barocktänzer: Angeregt durch einen Besuch der Stuttgarter Ausstellung „Oskar Schlemmer: Visionen einer neuen Welt“ (2014): „Oskar Schlemmer und Barocktanz, das erscheint völlig unvereinbar, zwei Welten, die weiter nicht auseinander liegen könnten. Und doch war es eine überwältigende Erfahrung, vor jedem Bild dieser Ausstellung zu stehen und sich sagen zu müssen: Hier sind Linien, Räume, abstrakte Körper, Farben, Geometriesierungen zu sehen, wie ich sie in frappierender Analogie aus meiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit barockem Bühnentanz kenne. Als Tänzer diese Ausstellung zu besuchen war für mich ein Aha-Erlebnis, eine Erschütterung, ein Weckruf: diese weit auseinanderliegenden Welten haben in einer tiefen Schicht Gemeinsamkeiten, die ich eines Tages in einem künstlerischen Projekt einmal ausloten, freilegen und zu etwas Neuem formen möchte. Jetzt ist die Gelegenheit da: In der Bach- und Bauhausstadt Weimar können dank mutiger und kreativer Programmplanung Barock und Bauhaus in einen Dialog treten. Im Spannungsfeld der vor 400 Jahren entstandenen barocken Bühnensprache und dem einhundert Jahre alten Schlemmerschen modernen Ballett kann etwas Außergewöhnliches entstehen.“

 



Websites:

 

THEATER DER KLÄNGE bauhausbühne
Originale. Aneignungen. Weiterführungen.

Eine auditiv-mediale Ausstellung in der ACC Galerie Weimar, Burgplatz 1+2.
2. Juni bis 4. August 2019. Täglich von 12-18 Uhr, Fr+Sa bis 20 Uhr.
Jörg Lensing, der künstlerische Leiter und Gründer des THEATERs DER KLÄNGE, wird am 13.7., 17 Uhr durch die Ausstellung in der ACC Galerie führen.

Zum Jubiläumsjahr Bauhaus 100 präsentiert das Düsseldorfer THEATER DER KLÄNGE in der ACC Galerie Weimar, wie es sich seit 32 Jahren immer wieder mit dem Thema Bauhaus beschäftigt hat. Die Ausstellung macht mit Theateraufführungen bekannt, in denen sich das THEATER DER KLÄNGE direkt oder weiterführend interpretierend mit dem historischen Bauhaus und dessen Bühnenwerken aus den 1920ern auseinandergesetzt hat. In dieser von Studenten der Szenografie und Sounddesign der FH Dortmund gestalteten Ausstellung sind Original-Kostüme, Figurinen, Videos und Objekte zu sehen und kurze Audiobeiträge zu hören. Ein umfangreicher Katalog und ein online verfügbarer Audio-Guide komplettieren diese Ausstellung medial.

 

https://acc-weimar.de
https://theaterderklaenge.de


 

Tickets

Preiskategorie 1

35 Euro

Ermäßigung 30 Euro

Preiskategorie 2

25 Euro

Ermäßigung 20 Euro

Zzgl. Gebühren in den Vorverkaufsstellen


Karten

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