Schießhaus Weimar

Abschlusskonzert „Bach bearbeitet sich selbst“ - Concerti von J. S. Bach

Midori Seiler and friends

Was sind die „Originalfassungen“ Bachscher Orchesterwerke und Concerti? Diese Frage ist nicht abschließend zu beantworten. Mittlerweile reift jedoch die Erkenntnis, dass nur ein Teil der Orchesterwerke als „Originalkompositionen“ anzusehen sind und viele der Konzerte in ihrer heute bekannten Form Transkriptionen von früher geschaffenen Werken darstellen. BACHs MAL ANDERS- sogar Bach selbst huldigte diesem Motto?!

So erleben die Zuhörer frappierende „Bach-Transformationen“ und hören, dass eine Bearbeitung zu Bachs Zeit keinen Kompromiss in Ermangelung besserer Möglichkeiten darstellte, sondern eher eine von Bach selbst fantasievoll gepflegte, spielerisch-kompositorische Herausforderung: Das bekannte E-Dur Violinkonzert „verkleidet“ sich als Cembalowerk, die h-moll Suite erklingt mit anderer Besetzung einen Ton tiefer, das bereits auf dem Cembalo halsbrecherische d-moll Concerto wird durch die Ausführung auf einer Violine gewiss nicht einfacher…

 In der ganzen Welt zu Hause – und als Violinprofessorin aus Salzburg nach Weimar zurückgekehrt: die Barockgeigerin Midori Seiler gehört – hier ist der mittlerweile arg strapazierte Passus tatsächlich angemessen – tatsächlich zu den weltweit bekanntesten und gefragtesten Musikerinnen ihres Fachs. Nicht ohne Grund: Ton für Ton verschreibt sie sich sensibel der natürlichen Wärme und dem samtigen Timbre der Darmsaiten und zähmt diese kapriziösen und wetterfühligen, aber umso klangsinnlicheren „Mimosen aus Schafsdarm“. Bachs unendlich weitgesponnene, zärtliche Klanggeschichten dekliniert sie mit ebenso viel beseelter Geduld, wie sie die dunkle Leidenschaftlichkeit Bachs mit intensiv-beherztem Strich angeht oder kompromisslos scharfsinnig seine intellektuellen Anforderungen pariert. Man darf sicher sein, dass sie sich ihre Freunde gut aussucht: In ihrem Ensemble spielen ausschließlich ausgewiesene und international erfahrene Alte-Musik-Spezialisten.

 

Es ist kein Weimarer Bach-Ort und doch ein heißer Geheimtipp und ein Muss für jeden kultur- und architekturinteressierten Weimar-Besucher: das Weimarer Schießhaus, die einzige „Palladio-Villa“ nördlich der Alpen?! Minister Goethe beauftragte J.H. Gentz mit dessen Bau nach Vorbildern Palladios und beschrieb diese unvergleichliche Oase der Muße mit ihrer fabelhaften Akustik in perfektem „Goetheanisch“: das liebliche Weimarer Lustgebäude.

 

Programm

Sonata F-Dur für Violine und Cembalo BWV 1022 - eine Variantfassung aus Bachs Haushalt der Geigensonate G-Dur
Ouverture a-Moll (Rekonstruktion nach BWV 1067 von Werner Breig) - eine Frühfassung der h-Moll Ouverture
Cembalokonzert D-Dur BWV 1054 - eine Variantfassung Bachs des Violinkonzertes E-Dur
Violinkonzert d-Moll - eine Frühfassung des Cembalokonzertes d-moll BWV 1052 rekonstruiert von Midori Seiler


Midori Seiler and friends
Midori Seiler - Barockvioline 

Markus Hoffmann - Barockvioline

Cécile Dorchêne - Barockvioline

Aino Hildebrandt - Barockviola

Jan Kunkel - Barockcello

Walter Rumer - Kontrabass / Violone

Christian Rieger - Cembalo

 

Eintritt

Preiskategorie 1: 35 Euro / ermäßigt 30 Euro

Preiskategorie 2: 25 Euro / ermäßigt 20 Euro

YoungTicket: Siehe "Karten"


Website Künstler

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