Spielorte

Die BACH BIENNALE WEIMAR erklingt ausschließlich in Sälen, die den Klang der Originalinstrumente optimal zur Geltung bringen, größtenteils aus der Bachzeit oder dem unmittelbaren Umfeld. Denn so wie ein barockes Fresko in Proportion und Farbgebung vom Künstler für einen bestimmten Raum und Zweck maßgeschneidert wurde, stellten Architekten im Barock komplizierte akustische Berechnungen darüber an, wie ein Saal proportioniert und ausgestattet sein musste, damit er seine – oftmals auch musikalische - Funktion ideal erfüllen konnte. OriginalKlang und KlangRaum gehören für uns zusammen.


Hier stellen wir Ihnen die Klangräume der Sonderveranstaltung der Bach Biennale Weimar am 2. Dezember 2017 vor:

Stadtkirche St. Peter und Paul

Ein originaler, bis heute vielgenutzter Raum ist die Stadtkirche St. Peter und Paul, in der bereits Johann Gottfried Walther ab 1704 als Organist wirkte, und in der sicherlich auch Bach selbst musizierte. Mit hervorragender, starker und fülliger, dabei klar konturierter Akustik stellt sie nicht nur ein sehr authentisches „Hör-Ambiente“ dar, sondern bildet mit dem berühmten, großen Cranachaltar im Altarraum auch atmosphärisch einen einzigartigen Rahmen insbesondere für Bachs stark von der Reformation durchdrungenes geistliches Werk.

Stadtkirche Sankt Peter und Paul
Herderplatz 8
99423 Weimar

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Kerkerzelle, Bastille, Stadtschloss Weimar

Ein Bach-Ort der „Sonderklasse“ ist die Weimarer Bastille! Aktuellste Nachforschungen kommen zu dem Schluss, dass sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit die Arrestzelle befand, in welcher Johann Sebastian Bach vom 6. November bis 2. Dezember 1717 von seinem Dienstherrn Herzog Wilhelm Ernst „wegen Halßstarriger Bezeügung arretirt“ wurde.

Nicht, ohne hier zu komponieren! Höchstwahrscheinlich entstand in der Arrestzelle unter anderem das Präludium in C-Dur und damit eines der bekanntesten Stücke der Musikgeschichte. Möglicherweise komponierte Bach hier auch Teile seines „Orgelbüchleins“, nach Albert Schweitzer das „Wörterbuch der Bachschen Tonsprache“.

Es erklingen Werke von Johann Sebastian Bach auf dem Clavichord.

Kerkerzelle, Bastille
Stadtschloss Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar

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"Himmelsburg", Ehemalige Schlosskapelle, Stadtschloss Weimar

 So ähnlich mag sie ausgesehen haben: die ehemalige Schlosskapelle „Himmelsburg“, in der Bach ab 1708 als „Hofforganist“, ab 1714 auch als „Concertmeister und Cammer Musicus“ wirkte. Beim Schlossbrand 1774 brannte leider auch diese Kleinod hochbarocker Architektur vollständig ab.

Heute befindet sich an dieser Stelle ein klassizistisches Treppenhaus, das zum Komplex der Klassik Stiftung Weimar gehört. Mit etwas Phantasie kann man im heutigen Raum mit seiner schlanken Höhe noch etwas von der ursprünglichen Architektur erahnen. Die „Himmelsburg“ ist ein besonderer Konzertort in Weimar, der aufgrund seiner Aura eines „Genius Loci“ selten, aber regelmäßig genutzt wird. Die legere Sitzweise auf Stühlen und auf den Treppenstufen tut der Begeisterung des Publikums keinen Abbruch  – so um Beispiel jedes Jahr zu Bachs Geburtstagskonzert am 21. März durch das Ensemble „Bach Projekt Weimar“.

Und das aus  gutem Grund: die originale „Himmelsburg“ mit ihrer auf den italienischen Architekten Bonalino zurückgehenden Architektur war nicht nur Bachs Hauptort bei seinem Wirken am Weimarer Hof – sie bot neben Ausmaßen von 24 mal 14 Metern und einer beeindruckenden Höhe von 16 Metern auch noch eine akustische Besonderheit: Eine rechteckige Deckenöffnung (versehen mit einer verschließbaren Schiebemechanik) öffnete sich in die sogenannte „Capelle“, einen noch höher gelegenen, weitere 7 Meter hohen Emporenraum hinein. Diese „Capelle“ war von einer Kuppel überdeckt, bemalt mit im Himmel schwebenden Engeln: ein fantastisches, herausforderndes Ambiente für Bach! Auf dieser Empore spielte die Bachsche Hofkapelle. Zugleich präsentierte sich Bach von hier als Komponist, aber auch als „Hofforganist, Concertmeister und Cammermusicus“.

"Himmelsburg", ehemalige Schlosskapelle, Stadtschloss Weimar
Stadtschloss Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar

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