Spielorte

Die BACH BIENNALE WEIMAR erklingt ausschließlich in Sälen, die den Klang der Originalinstrumente optimal zur Geltung bringen, größtenteils aus der Bachzeit oder dem unmittelbaren Umfeld. Denn so wie ein barockes Fresko in Proportion und Farbgebung vom Künstler für einen bestimmten Raum und Zweck maßgeschneidert wurde, stellten Architekten im Barock komplizierte akustische Berechnungen darüber an, wie ein Saal proportioniert und ausgestattet sein musste, damit er seine – oftmals auch musikalische - Funktion ideal erfüllen konnte. OriginalKlang und KlangRaum gehören für uns zusammen.


Hier stellen wir Ihnen die Klangräume des Festivals 2016 vor:

Stadtkirche St. Peter und Paul

Ein originaler, bis heute vielgenutzter Raum ist die Stadtkirche St. Peter und Paul, in der bereits Johann Gottfried Walther ab 1704 als Organist wirkte, und in der sicherlich auch Bach selbst musizierte. Mit hervorragender, starker und fülliger, dabei klar konturierter Akustik stellt sie nicht nur ein sehr authentisches „Hör-Ambiente“ dar, sondern bildet mit dem berühmten, großen Cranachaltar im Altarraum auch atmosphärisch einen einzigartigen Rahmen insbesondere für Bachs stark von der Reformation durchdrungenes geistliches Werk.

Stadtkirche Sankt Peter und Paul
Herderplatz 8
99423 Weimar

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Stadtschloss Weimar

Das Schloss ist, obwohl 1774 abgebrannt und danach im klassizistischen Stil wieder aufgebaut, Weimars gewichtigste Bachstätte. Der heutige Festsaal liegt exakt an derselben Stelle, wie der Saal, in dem Bach ab 1714 als „Kammermusicus & Concertmeister“ seinen bisherigen Dienst als Hoforganist erweiterte. Der Klang wird aufgrund der abgerundeten Ecken zur Decke hin, sowie der vielen Stuckelemente, Vorhänge und Säulengalerien vielfach „abgelenkt“ und ist daher weniger kompakt und direkt, sondern eher samtig und streuend. Die hellen, leichten Klangfarben werden durch diese Akustik hervorgehoben und diese klangliche Agilität und Leuchtkraft prädestiniert den Raum nicht nur historisch, sondern auch akustisch für die brillante und feingliedrige Musik der beiden Weimarer Bach-Söhne.

Festsaal
Stadtschloss Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar

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Gentzsches Treppenhaus

Die BACH BIENNALE WEIMAR erschloss als Alternative zum Festsaal jedoch auch das Gentzsche Treppenhaus für die Lunchkonzerte. Ein klassizistisch-klarer Raum mit vielen glatten Resonanzflächen und relativ viel Stein, der eine starke akustische Kontur bewirkt. Rundung erhält diese durch die große Kubatur und Höhe des Raumes – barocke Klänge bekommen hier viel fließendes Volumen. Das gentzsche Treppenhaus hat noch einen anderen Vorteil: es bleibt selbst bei sehr hohen sommerlichen Außentemperaturen immer „wohltempertiert“.

Gentzsches Treppenhaus
Stadtschloss Weimar
Burgplatz 4
99423 Weimar

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Schießhaus Weimar

Kein geringerer als Minister Johann Wolfgang Goethe beauftragte den auch im Stadtschloss tätigen Architekten Gentz 1804 mit dem Bau des Weimarer Ballhauses. Diese Inkunabel des Klassizismus hat im Brenta-Tal des italienischen Veneto einige Geschwister: Gentz hatte auf einer Italienreise die Villen Palladios studiert und integrierte viele Elemente Palladios in das „liebliche Weimarer Lustgebäude“ (Goethe). Mit seinen perfekten Proportionen, der genialen Lichtregie und dem idyllischen Blick ins Grüne ist es ein beeindruckendes Ambiente. Hier gelingt jedoch auch akustisch die Quadratur des Kreises: vorwiegend glatte, schwingende Holzflächen sowie großzügige aufeinander bezogene Rundungen wie die 12 Meter hohe Tonnengewölbedecke, die Kuppel der verglasten Loggia und die gerundete Volte der Musikerempore kreieren eine im gesamten Raum stupende Akustik für historische Instrumente, die bei Vokal- wie Instrumentalmusik gleichermaßen klar und transparent wie sonor, delikat und zugleich kraftvoll ist.

Johann-Heinrich-Gentzplatz 1
99423 Weimar
(vormals: Am Schießhaus 1,
99425 Weimar)

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Festsaal Fürstenhaus

Er befindet sich im sogenannten Fürstenhaus welches, erbaut 1770-74 nach Entwürfen von Johann Gottfried Schlegel, seit 1951 Sitz der heutigen Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar ist. 1990 saniert, ist der Saal für 200 Personen heute ein moderner Raum. Nicht aus der Bachzeit – jedoch durch moderne Technik so flexibel einstellbar, dass er sich ein „akustisches Barockkostüm“ anziehen kann. So sind flexibel ein- und ausfahrbare große Vorhänge eine hervorragende Möglichkeit, die Raumakustik an die Lautstärke und akustische Individualität unterschiedlichster Instrumente anzupassen.

Die warmen Holzfarben schmeicheln nicht nur dem Auge: glatte Holzoberflächen reflektieren auch den Klang historischer Instrumente besonders klar, präsent und zugleich abgerundet, jedoch niemals schneidend. Ein überaus dankbarer Konzertsaal für die „Jeunesse Festival“ auch in deren Studienalltag an der Weimarer Musik­hochschule sowie für deren zahlreiches Publikum: die meisten der Konzerte des Instituts für Alte Musik finden hier statt.

Fürstenhaus
Platz der Demokratie
99423 Weimar

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Jakobskirche

Ebenfalls von der Bachzeit geprägt ist die barocke Jakobskirche, die 1713 - in Bachs Weimarer Jahren - von Herzog Wilhelm Ernst gebaut wurde und eine klassizistische Innenausstattung hat. Architektonisch erinnert sie mit ihrer schmalen Gestalt und den hohen Emporen an die abgebrannte „Himmelsburg“ im Stadtschloss. Die Holzdielen und hölzernen Emporen verleihen dem Raum nicht nur optisch, sondern auch akustisch eine quasi „häusliche“ Weichheit und Wärme, die sich sehr gut für die intimen Farben von Kammermusik eignet. Zugleich erlaubt die vielschichtige Raumstruktur im Konzertbereich jedoch auch ein Experimentieren mit verschiedenen Bühnen-/bzw. Spielpositionen der Ausführenden und quasi theatralischen Effekten – durchaus im Sinne der barocken Affektsprache.

Jakobskirche
Am Jakobskirchhof
99423 Weimar

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Kirche St. Ursula, Taubach

Ein authentischer Bachort: die 1705 erstellte Orgel von Nicolaus Tröbs ist am 26. Oktober 1710 von „Herr Bach, der Fürstlichen Capälle organist“ nachweislich „examinieret wie auch der ganßen gemeinte mit großer Freude Eingeweihet worden.“

Die Kirche wurde mehrfach renoviert, 1820 hat „Goethes Baumeister“ Coudray Grund- und Aufriss für eine neue Kirche gezeichnet. Sein Plan diente 1848 als Grundlage für den fast vollständigen Neubau. Damals entstand eine neuromanische, keine klassizistische Kirche mehr, und die Kirche wird heute als „frühes Beispiel denkmal­pflegerischer Aktivität“ gewertet. Sie stellt eine große Halle dar mit Westturm und östlicher Rundapsis, vier großen Rundbogenportalen in der Mitte der drei Seiten und der Apsis, großen Rundbogenfenstern und umlaufendem Rundbogenfries.

Kirche St. Ursula
Kirchplatz
99425 Weimar / Taubach

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KAFFEE KLEE

Der Zufall wollte es, dass die Festivalintendantin der BACH BIENNALE WEIMAR vor 17 Jahren privat in Paul Klees Weimarer Wohnung einzog, wo der Maler gemeinsam mit seiner Familie von 1921 bis 1926 lebte.

Das KAFFEE KLEE öffnet 2016 erstmalig seine Pforten am Samstag, den 9. Juli. Zu besichtigen sind zwei Räume der ehemaligen Wohnung Paul Klees sowie der Balkon zum Ilmpark hin mit Bilddokumenten aus Paul Klees Weimarer Jahren sowie Zitaten von Klee über Bach und einigen Publikationen zum Thema „Klee und die Musik“.

Kaffee Klee
Am Horn 53
99425 Leipzig

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