Spielorte

Die BACH BIENNALE WEIMAR erklingt ausschließlich in Sälen, die den Klang der Originalinstrumente optimal zur Geltung bringen, größtenteils aus der Bachzeit oder dem unmittelbaren Umfeld. Denn so wie ein barockes Fresko in Proportion und Farbgebung vom Künstler für einen bestimmten Raum und Zweck maßgeschneidert wurde, stellten Architekten im Barock komplizierte akustische Berechnungen darüber an, wie ein Saal proportioniert und ausgestattet sein musste, damit er seine – oftmals auch musikalische - Funktion ideal erfüllen konnte. OriginalKlang und KlangRaum gehören für uns zusammen.


Hier stellen wir Ihnen die Klangräume der Bach Biennale Weimar vom 10. bis 15. Juli 2018 vor:

Stadtkirche St. Peter und Paul

Ein originaler, bis heute vielgenutzter Raum ist die Stadtkirche St. Peter und Paul, in der bereits Johann Gottfried Walther ab 1704 als Organist wirkte, und in der sicherlich auch Bach selbst musizierte. Mit hervorragender, starker und fülliger, dabei klar konturierter Akustik stellt sie nicht nur ein sehr authentisches „Hör-Ambiente“ dar, sondern bildet mit dem berühmten, großen Cranachaltar im Altarraum auch atmosphärisch einen einzigartigen Rahmen insbesondere für Bachs stark von der Reformation durchdrungenes geistliches Werk.

Stadtkirche Sankt Peter und Paul
Herderplatz 8
99423 Weimar

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Herdergarten der Stadtkirche St. Peter & Paul

Der Herdergarten ist eine der ältesten Gartenanlagen Weimar, seit über 200 Jahren gehört er zum Pfarrhaus; Johann Gottfried von Herder lebte hier 27 Jahre mit seiner Frau Caroline. Seit 1994 befindet er sich wieder im originalen Zustand und zählt sei 1998 zum Weltkulturerbe. Eine Duftsinfonie aus wilden Kräutern, Obstbäumen, Rosenrondell und altem Baumbestand.

Kulissenhaus (ehemaliges Bauhausmuseum)

Aufgrund der Bauarbeiten im Stadtschloss gibt es eine neue Location: das ehemalige Bauhausmuseum (Kulissenhaus) am Theaterplatz. Die in klassizistischen Formen gestaltete Wagenremise, die 1823 von Clemens Wenzeslaus Coudray auf dem Boden eines ehemaligen Franziskanerklosters entworfen wurde, wurde später als Theatermagazin für das Hoftheater gegenüber genutzt und 1955 zur Kunsthalle für Ausstellungen umgebaut. Von 1995 bis Anfang 2018 beherbergte das Kulissenhaus das Bauhaus-Museum.

Notenbank Weimar

Bis ins Jahr 2013 war das Haus über ein Jahrhundert lang Domizil für verschiedene Banken. Zukünftig sollen unter dem Dach des Hauses unterschiedliche Nutzungen ihren Platz finden. Eine besondere Rolle wird dabei die Musik spielen. In diesem Sinne entstanden in der ehemaligen Schalterhalle zwei Säle. Am 1. März 2016 ging das Gebäude aus dem Eigentum der Familie Heyge in das Eigentum der Heyge-Stiftung über.

Schießhaus Weimar

Kein geringerer als Minister Johann Wolfgang Goethe beauftragte den auch im Stadtschloss tätigen Architekten Gentz 1804 mit dem Bau des Weimarer Ballhauses. Diese Inkunabel des Klassizismus hat im Brenta-Tal des italienischen Veneto einige Geschwister: Gentz hatte auf einer Italienreise die Villen Palladios studiert und integrierte viele Elemente Palladios in das „liebliche Weimarer Lustgebäude“ (Goethe). Mit seinen perfekten Proportionen, der genialen Lichtregie und dem idyllischen Blick ins Grüne ist es ein beeindruckendes Ambiente. Hier gelingt jedoch auch akustisch die Quadratur des Kreises: vorwiegend glatte, schwingende Holzflächen sowie großzügige aufeinander bezogene Rundungen wie die 12 Meter hohe Tonnengewölbedecke, die Kuppel der verglasten Loggia und die gerundete Volte der Musikerempore kreieren eine im gesamten Raum stupende Akustik für historische Instrumente, die bei Vokal- wie Instrumentalmusik gleichermaßen klar und transparent wie sonor, delikat und zugleich kraftvoll ist.

Johann-Heinrich-Gentzplatz 1
99423 Weimar
(vormals: Am Schießhaus 1,
99425 Weimar)

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Jakobskirche

Ebenfalls von der Bachzeit geprägt ist die barocke Jakobskirche, die 1713 - in Bachs Weimarer Jahren - von Herzog Wilhelm Ernst gebaut wurde und eine klassizistische Innenausstattung hat. Architektonisch erinnert sie mit ihrer schmalen Gestalt und den hohen Emporen an die abgebrannte „Himmelsburg“ im Stadtschloss. Die Holzdielen und hölzernen Emporen verleihen dem Raum nicht nur optisch, sondern auch akustisch eine quasi „häusliche“ Weichheit und Wärme, die sich sehr gut für die intimen Farben von Kammermusik eignet. Zugleich erlaubt die vielschichtige Raumstruktur im Konzertbereich jedoch auch ein Experimentieren mit verschiedenen Bühnen-/bzw. Spielpositionen der Ausführenden und quasi theatralischen Effekten – durchaus im Sinne der barocken Affektsprache.

Jakobskirche
Am Jakobskirchhof
99423 Weimar

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Kirche St. Ursula, Taubach

Ein authentischer Bachort: die 1705 erstellte Orgel von Nicolaus Tröbs ist am 26. Oktober 1710 von „Herr Bach, der Fürstlichen Capälle organist“ nachweislich „examinieret wie auch der ganßen gemeinte mit großer Freude Eingeweihet worden.“

Die Kirche wurde mehrfach renoviert, 1820 hat „Goethes Baumeister“ Coudray Grund- und Aufriss für eine neue Kirche gezeichnet. Sein Plan diente 1848 als Grundlage für den fast vollständigen Neubau. Damals entstand eine neuromanische, keine klassizistische Kirche mehr, und die Kirche wird heute als „frühes Beispiel denkmal­pflegerischer Aktivität“ gewertet. Sie stellt eine große Halle dar mit Westturm und östlicher Rundapsis, vier großen Rundbogenportalen in der Mitte der drei Seiten und der Apsis, großen Rundbogenfenstern und umlaufendem Rundbogenfries.

Kirche St. Ursula
Kirchplatz
99425 Weimar / Taubach

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